Nachrichten automatisiert verarbeiten

Mich interessieren viele Artikel aus Blogs, Fachbeiträge und Newsletter. Spannende Inhalte aus unterschiedlichsten Quellen, die ihren Weg in meine Browser-Favoriten, nach OneNote als Notizsammlung oder auf meine To-do-Liste finden. Die Idee „Merke ich mir und lese ich später“ hat in der Vergangenheit allerdings selten funktioniert.

 

Merke ich mir und lese ich später

„Später lesen“ heißt oft nur: irgendwo ablegen und hoffen, dass irgendwann Zeit dafür ist.

Das Problem ist dabei nicht die Menge an Informationen, sondern der Umgang damit. Ich wollte nicht weniger neugierig sein, sondern Inhalte so verarbeiten, dass sie besser zu mir und meinem Tagesablauf passen. Also habe ich mir einen Ablauf gebaut, der genau das übernimmt.

Der Einstiegspunkt ist InoReader. Dort laufen alle Newsfeeds und Newsletter zusammen. Alles, was mich interessiert, landet an einem Ort. Keine Suche mehr in E-Mails, keine offenen Tabs, kein Verteilen auf verschiedene Plattformen. Ich gehe die Artikel dort regelmäßig durch, lese sie direkt oder markiere sie für später.

Mehr mache ich an dieser Stelle zunächst nicht – außer zwei Dinge zu entscheiden. Jeder Artikel bekommt, wenn überhaupt, eines von zwei Labels: „Newsletter“ oder „Später anhören“. Das war’s. Kein Sortieren nach Themen, kein Ordnerdenken. Eine Entscheidung, mehr nicht.

Ab diesem Moment übernimmt n8n.

Sobald ein Artikel das Label „Newsletter“ erhält, wird er über einen Webhook automatisch zu Notion weitergeschoben. Dort landet er in einer Datenbank für kommende Newsletter-Ausgaben bei Goldfadendesign. Und genau dort passiert der zweite Schritt – bewusst zu einem späteren Zeitpunkt.

In Notion schaue ich mir die gesammelten Artikel noch einmal in Ruhe an. Manche fliegen raus, manche bleiben, andere werden für einen späteren Zeitpunkt vorgemerkt. Der Unterschied zu früher: Ich sammle zunächst alles, ohne mich sofort festlegen zu müssen. Die eigentliche Auswahl treffe ich dann, wenn ich wirklich am Newsletter sitze und meinen Kunden interessante Inhalte weitergeben möchte.

So entsteht kein Druck mehr im Moment des Lesens. Ich weiß: Der Artikel ist sicher abgelegt. Ich muss jetzt nichts entscheiden.

Das zweite Label, „Später anhören“, funktioniert anders. Diese Artikel möchte ich nicht lesen, sondern hören – wenn es zeitlich passt.

Auch hier greift n8n. Die markierten Inhalte werden automatisch weiterverarbeitet, zusammengefasst und mir am nächsten Morgen als Sprachnachricht über Telegram geschickt. Kein Scrollen, kein Display, keine Ablenkung. Ich höre mir die Zusammenfassung an, wenn es passt – zum Beispiel im Auto auf dem Weg zur Arbeit.

So werden Inhalte flexibel. Sie passen sich meinem Alltag an, nicht umgekehrt.

Notion spielt in diesem Setup eine zentrale Rolle. Es ist für mich kein Notizbuch, sondern ein Arbeitsbereich. Alles, was länger relevant ist – egal ob Newsletter-Ideen oder Hintergrundwissen – landet dort. Strukturiert, auffindbar und ohne dass ich mir merken muss, wo ich etwas gelesen habe.

Der große Vorteil dieses gesamten Ablaufs ist nicht die Technik, sondern die Entlastung im Kopf. Ich treffe Entscheidungen nur einmal. Danach läuft der Prozess.

Automatisierung bedeutet für mich nicht, alles zu optimieren oder zu beschleunigen. Sie sorgt dafür, dass ich mich nicht ständig mit Kleinen aufhalte. Gute Inhalte gehen nicht verloren, und ich muss mich nicht dauernd daran erinnern, „da war doch noch was“.

Viele dieser Abläufe lassen sich inzwischen auch mit KI kombinieren, zum Beispiel bei Zusammenfassungen oder bei der Aufbereitung von Inhalten. Wichtig ist dabei nicht das Tool, sondern der Effekt: weniger Unterbrechung, mehr Ruhe im Arbeiten.

Für mich ist das kein Zukunftsthema. Es ist Alltag. Inhalte kommen rein, werden markiert, landen an der richtigen Stelle und tauchen genau dann wieder auf, wenn ich Zeit dafür habe.